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	<title>nochweiter &#187; Kolumne der Woche</title>
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	<description>Online-Magazin für Leipzig</description>
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		<title>Zu: Wahlkandidaten</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Kröger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es sind zwar noch fast elf Monate bis zur Präsidentschaftswahl in den USA. Aber der Wahlkampf hat längst begonnen. Die Republikaner müssen nämlich in Vorwahlen bestimmen, wer gegen Präsident Obama antritt. Damit Sie wissen, um wen es geht, wenn in den Medien darüber berichtet wird, stellt unser Kolumnist Jan Kröger die aussichtsreichsten Kandidaten der Republikaner vor.
Rick Perry: Der 61-jährige Gouverneur von Texas ist ein klarer Befürworter der Todesstrafe und ein radikaler Abtreibungsgegner. Der steinreiche Berufspolitiker setzt sich für eine Senkung der Steuern auf Kapitalerträge ein. Den Klimawandel hält er für eine Erfindung. Außenpolitisch weiß er, dass Amerika großartig und einzigartig ist. Wenn er an die Macht kommt, will er vor allem die von Obama eingeführte Krankenversicherung für alle wieder rückgängig machen.
Newt Gingrich: Der 68-jährige ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses befürwortet die Todesstrafe und ist ein radikaler Abtreibungsgegner. Der steinreiche Publizist und Unternehmensberater setzt sich für die Abschaffung der Steuern auf Kapitalerträge ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es sind zwar noch fast elf Monate bis zur Präsidentschaftswahl in den USA. Aber der Wahlkampf hat längst begonnen. Die Republikaner müssen nämlich in Vorwahlen bestimmen, wer gegen Präsident Obama antritt. Damit Sie wissen, um wen es geht, wenn in den Medien darüber berichtet wird, stellt unser Kolumnist <em>Jan Kröger</em> die aussichtsreichsten Kandidaten der Republikaner vor.<span id="more-7377"></span></p>
<p>Rick Perry: Der 61-jährige Gouverneur von Texas ist ein klarer Befürworter der Todesstrafe und ein radikaler Abtreibungsgegner. Der steinreiche Berufspolitiker setzt sich für eine Senkung der Steuern auf Kapitalerträge ein. Den Klimawandel hält er für eine Erfindung. Außenpolitisch weiß er, dass Amerika großartig und einzigartig ist. Wenn er an die Macht kommt, will er vor allem die von Obama eingeführte Krankenversicherung für alle wieder rückgängig machen.</p>
<p>Newt Gingrich: Der 68-jährige ehemalige Sprecher des Repräsentantenhauses befürwortet die Todesstrafe und ist ein radikaler Abtreibungsgegner. Der steinreiche Publizist und Unternehmensberater setzt sich für die Abschaffung der Steuern auf Kapitalerträge ein. Den Klimawandel nannte er mal ein ernstes Problem, was er heute als Dümmstes, was er je getan hätte, bezeichnet. Außenpolitisch weiß er, dass Amerika großartig und einzigartig ist. Wenn er an die Macht kommt, will er vor allem die von Obama eingeführte Krankenversicherung für alle wieder rückgängig machen.</p>
<p>Mitt Romney: Der 64-jährige Ex-Gouverneur von Massachusetts befürwortet die Todesstrafe und findet Abtreibungen umso schlimmer, je näher ein Wahltermin rückt. Der steinreiche Unternehmer ist der Sohn eines steinreichen Berufspolitikers und setzt sich für eine weitgehende Abschaffung der Steuern auf Kapitalerträge ein. Bis vor wenigen Monaten war er der Meinung, dass der Klimawandel vom Menschen mitverursacht wird. Mittlerweile ist er sich da nicht mehr so sicher. Außenpolitisch weiß er, dass Amerika großartig und einzigartig ist. Die von Obama eingeführte Krankenversicherung für alle ähnelt stark einer Reform, die Romney als Gouverneur von Massachusetts durchgeführt hat. Aber keine Sorge, wenn er an die Macht kommt, will er die Krankenversicherung für alle wieder rückgängig machen.</p>
 <p><a href="http://nochweiter.de/?flattrss_redirect&amp;id=7377&amp;md5=7a73b99149f2021274f5f8f621c587cd" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zu: Pädagogisch Wertvollem</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Dec 2011 12:03:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Kröger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das muss man als Zwölfjähriger erstmal bringen: Stephan Albrecht, Gymnasiast aus Landsberg am Lech, hat auf seinem Grundrecht der Meinungsfreiheit bestanden und vor Gericht gegen den Freistaat Bayern und seine Direktorin gewonnen.
Er darf jetzt an seinem Gymnasium eine Schülerzeitung herausgeben. Die hatte die Direktorin nämlich verboten. Sie hatte das nach Rücksprache mit dem Kultusministerium damit begründet, dass es schon eine Schülerzeitung am Gymnasium gebe. Unser Kolumnist Jan Kröger hat versucht, sich in die stets pädagogisch wertvollen Gedanken des Kultusministeriums hineinzufühlen:
Lieber Stephan Albrecht,
als Beamter im Kultusministerium des Freistaats Bayern freut es mich immer ganz besonders, wenn Schüler schon im jungen Alter Initiative ergreifen und sich an ihrer Schule engagieren. So wie du und deine Freunde mit eurer Schülerzeitung &#8220;Bazillus&#8221;.
Da war es für Dich sicher nicht leicht, als Deine Direktorin, die Frau Triller, Dir mitgeteilt hat, dass das leider nicht geht, weil an Eurem Gymnasium bereits eine Schülerzeitung erscheint. Nun erfahre ich, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das muss man als Zwölfjähriger erstmal bringen: Stephan Albrecht, Gymnasiast aus Landsberg am Lech, hat auf seinem Grundrecht der Meinungsfreiheit bestanden und vor Gericht gegen den Freistaat Bayern und seine Direktorin gewonnen.<span id="more-7362"></span></p>
<p>Er darf jetzt an seinem Gymnasium eine Schülerzeitung herausgeben. Die hatte die Direktorin nämlich verboten. Sie hatte das nach Rücksprache mit dem Kultusministerium damit begründet, dass es schon eine Schülerzeitung am Gymnasium gebe. Unser Kolumnist <em>Jan Kröger</em> hat versucht, sich in die stets pädagogisch wertvollen Gedanken des Kultusministeriums hineinzufühlen:</p>
<p>Lieber Stephan Albrecht,</p>
<p>als Beamter im Kultusministerium des Freistaats Bayern freut es mich immer ganz besonders, wenn Schüler schon im jungen Alter Initiative ergreifen und sich an ihrer Schule engagieren. So wie du und deine Freunde mit eurer Schülerzeitung &#8220;Bazillus&#8221;.</p>
<p>Da war es für Dich sicher nicht leicht, als Deine Direktorin, die Frau Triller, Dir mitgeteilt hat, dass das leider nicht geht, weil an Eurem Gymnasium bereits eine Schülerzeitung erscheint. Nun erfahre ich, dass Du den Freistaat Bayern verklagen willst. Du bestehst auf Deinem Grundrecht auf Meinungsfreiheit. Lieber Stephan, ich befürchte, die Frau Triller ist sehr enttäuscht von Dir. Sie hat nämlich nach besten erzieherischen Grundsätzen gehandelt. Sie wollte Dich nur auf den Ernst des Lebens vorbereiten.</p>
<p>Denn schau mal, in den meisten Gegenden Bayerns und ganz Deutschlands gibt es nur eine lokale Tageszeitung. Und das hat seinen Sinn für die ganze Gesellschaft. Schau doch, du kommst aus Denklingen, nicht wahr? Ich hab mal nachgeschaut, lieber Stephan. Bei euch gibt&#8217;s ja einen großen Arbeitgeber, die Hirschvogel GmbH. Die machen Autotechnik für BMW oder Audi, weißt du ja bestimmt. Damit machen die einen Umsatz von einer halben Milliarde Euro im Jahr. Da fällt auch für Denklingen sicherlich einiges an Gewerbesteuer ab.</p>
<p>So. Und jetzt stell dir mal vor, bei Hirschvogel wäre plötzlich ein schwarzes Schaf in der Geschäftsleitung, der hat einen kleinen Fehler gemacht. Eine Gefälligkeit an polnische Politiker, um dort ein neues Werk zu errichten, was weiß denn ich. Wenn das rauskommt, ist der Ruf geschädigt, Kunden wenden sich ab, die Firma muss sparen, die Denklinger werden arbeitslos und auch die Stadt kriegt weniger Steuern. Deswegen ist es gut, wenn die kommunale Politik und die Wirtschaft wissen, an welchen Pressevertreter sie sich wenden müssen. Gibt es aber zwei Zeitungen vor Ort, wird die Lage unübersichtlicher, der Frieden der Gemeinde wäre gefährdet. Und nur das will die Frau Triller dir doch beibringen, verstehst du?</p>
<p>Meinungsfreiheit &#8211; schön und gut, aber irgendwo muss ein Zeitungsschreiber halt auch seine gesellschaftliche Verantwortung anerkennen. Und lieber Stephan, du kannst doch in unserem schönen Land sagen, was immer du willst, niemand kann dir das verbieten. Schau, die Meinungsfreiheit, die gibt&#8217;s sowieso &#8211; dafür musst du nicht eigens eine Zeitung gründen.</p>
 <p><a href="http://nochweiter.de/?flattrss_redirect&amp;id=7362&amp;md5=a294891c697423c1cd091476893c13d2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zu: Katzenkot</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jan 1970 00:00:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Kröger</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unser Kolumnist Jan Kröger kommt ursprünglich vom Dorf. Was er daran nicht vermisst: die langen Entfernungen, bloß um mal ins Kino zu fahren, oder das Jeder-kennt-jeden-Getratsche. Was er vermisst: Dass Nachbarn Dinge klären können, ohne gleich zum Anwalt zu rennen. Zum Beispiel: Katzenkot.
Kinder vom Dorf bleiben Kinder vom Dorf. Selbst wenn wir lernen, es zu leugnen, wird man es zumindest an Kleinigkeiten immer wieder feststellen. Bei mir sind es zum Beispiel drei Dinge: 1.) Ich halte das Auto für das bequemste Fortbewegungsmittel, weil öffentliche eh nie fahren und man auf dem Fahrrad immer Gegenwind hat; 2.) Ich kann &#8220;Moskau&#8221; von Dschingis Khan auswendig, weil es einfach mal der Smashhit eines jeden Dorffestes ist; 3.) Ich habe ein unsentimentales Verhältnis zu Haustieren. Wenn meine Katze auf Nachbars Grundstück läuft, muss Nachbar sich nicht wundern, woher die Kacke im Blumenbeet kommt, und ich muss mich nicht wundern, wenn Nachbars Hund was dagegen ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Kolumnist <em>Jan Kröger</em> kommt ursprünglich vom Dorf. Was er daran nicht vermisst: die langen Entfernungen, bloß um mal ins Kino zu fahren, oder das Jeder-kennt-jeden-Getratsche. Was er vermisst: Dass Nachbarn Dinge klären können, ohne gleich zum Anwalt zu rennen. Zum Beispiel: Katzenkot.<span id="more-7359"></span></p>
<p>Kinder vom Dorf bleiben Kinder vom Dorf. Selbst wenn wir lernen, es zu leugnen, wird man es zumindest an Kleinigkeiten immer wieder feststellen. Bei mir sind es zum Beispiel drei Dinge: 1.) Ich halte das Auto für das bequemste Fortbewegungsmittel, weil öffentliche eh nie fahren und man auf dem Fahrrad immer Gegenwind hat; 2.) Ich kann &#8220;Moskau&#8221; von Dschingis Khan auswendig, weil es einfach mal der Smashhit eines jeden Dorffestes ist; 3.) Ich habe ein unsentimentales Verhältnis zu Haustieren. Wenn meine Katze auf Nachbars Grundstück läuft, muss Nachbar sich nicht wundern, woher die Kacke im Blumenbeet kommt, und ich muss mich nicht wundern, wenn Nachbars Hund was dagegen hat. So ist die Natur.</p>
<p>Aber alles Natürliche lässt sich auch widernatürlich klären, mit anderen Worten: juristisch. Ein Mann in Tirol hatte im Frühjahr seinen Nachbarn verklagt, weil dessen zwei Katzen sein Grundstück gedüngt hatten. Fast das ganze Jahr waren österreichische Juristen nun mit der Frage beschäftigt, ob Katzen als &#8220;größere Tiere&#8221; wie Schafe und Ziegen einzustufen sind, oder als &#8220;kleine Tiere&#8221;. Der normale Mensch könnte jetzt eine Katze und ein Schaf nebeneinander stellen und würde gewisse Größenunterschiede feststellen. Bei den Juristen sagt erst das Tiroler Bezirksgericht, dass Katzen größere Tiere sind und daher nicht umherstreunen dürfen. Jetzt aber kam der Oberste Gerichtshof in Wien und sprach: Nein, Katzen sind kleine Tiere und dürfen gehen, wohin sie wollen. Es sei denn, das Eindringen erfolge in einem Ausmaß, das über das Ortsübliche hinausgehe und zu einer wesentlichen Beeinträchtigung führe.</p>
<p>Tja, so sind sie halt, die Östereicher&#8230; Dagegen unsere deutschen Juristen. So mitten im Leben, hochgeachtet und gebildet. Ihrem jahrelangen Studium verdanken wir epische Weisheiten wie in § 90a des Bürgerlichen Gesetzbuches: &#8220;Tiere sind keine Sachen.&#8221; Aber: &#8220;Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist.&#8221; Und für Katzen ist nichts anderes bestimmt. Das BGB hat einen eigenen Paragraphen über wilde Tiere mit den schönen Worten: &#8220;Ein gezähmtes Tier wird herrenlos, wenn es die Gewohnheit ablegt, an den ihm bestimmten Ort zurückzukehren.&#8221; Gleich danach folgen vier hochlyrische Paragraphen über Bienenschwärme. Aber Katzenscheiße wird geregelt mit § 906: &#8220;Zuführung unwägbarer Stoffe&#8221;. Der erlaubt Gase, Dämpfe, Gerüche &#8220;und ähnliche von einem anderen Grundstück ausgehende Einwirkungen&#8221;, solange es sich nur um eine &#8220;unwesentliche Beeinträchtigung&#8221; handelt. Die wiederum bemisst sich an &#8220;festgelegten Grenz- oder Richtwerten&#8221;. Was nun der Grenzwert für Miezekacke ist, kann meinetwegen Guttenberg in seiner nächsten Doktorarbeit feststellen lassen.</p>
<p>Für mich als Dorfkind steht fest: Als Garfield damals täglich zu den Nachbarn rüberging, bis er eines Abends dummerweise deren Jagdhund traf, hielt ich das für den ganz normalen Lauf der Dinge. Mann, war ich naiv&#8230;</p>
 <p><a href="http://nochweiter.de/?flattrss_redirect&amp;id=7359&amp;md5=0b05d6cbb32023b7f392f85b56962ab7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zu: kluge Köpfe</title>
		<link>http://nochweiter.de/gemein-t/kolumne-der-woche/2011/11/25/07317_zu-kluge-koepfe/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Nov 2011 12:40:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Kröger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jan Kröger]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[Monatelang war es ruhig um Karl-Theodor zu Guttenberg. Der frühere Verteidigungsminister war in die USA gezogen, stand als „distinguished statesman“, als „angesehener Staatsmann“, auf der Expertenliste einer politischen Denkfabrik in Washington. Mehr war kaum bekannt. Nun geht er wieder an die Öffentlichkeit: In Guttenbergs Interview mit der „Zeit“ fand unser Kolumnist Jan Kröger so bahnbrechende Worte, dass er sich fragt, wo der Guttenberg die nur wieder her hat.
in Kooperation mit detektor.fm
„Den Menschen mangelt es in der Politik generell an Köpfen, die für gewisse Inhalte stehen.“ Nullsätze wie dieser sind nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt werden. Wenn sie jedoch vom ehemaligen Kulmbacher Kreisrat Guttenberg stammen, dann sieht die Sache anders aus. Monatelang war er untergetaucht, um sich im Millionärsghetto Connecticut einer einzigartigen Augenoperation zu unterziehen. Nun verfügt er über Kontaktlinsen, die es ihm ermöglichen, aus 6.000 Kilometern Entfernung messerscharf die Probleme seines Heimatlandes zu erkennen.
Also: Wir brauchen Köpfe, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Monatelang war es ruhig um Karl-Theodor zu Guttenberg. Der frühere Verteidigungsminister war in die USA gezogen, stand als „distinguished statesman“, als „angesehener Staatsmann“, auf der Expertenliste einer politischen Denkfabrik in Washington. Mehr war kaum bekannt. Nun geht er wieder an die Öffentlichkeit:<span id="more-7317"></span> In Guttenbergs Interview mit der „Zeit“ fand unser Kolumnist Jan Kröger so bahnbrechende Worte, dass er sich fragt, wo der Guttenberg die nur wieder her hat.</p>
<p><em>in Kooperation mit <a href="http://detektor.fm">detektor.fm</a></em></p>
<p><a href="http://nochweiter.de/gemein-t/kolumne-der-woche/2011/11/25/07317_zu-kluge-koepfe/attachment/504485_r_by_andrea-damm_pixelio-de/" rel="attachment wp-att-7318"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/2011/11/504485_R_by_Andrea-Damm_pixelio.de_.jpg" alt="" title="504485_R_by_Andrea Damm_pixelio.de" width="240" height="180" class="alignleft size-full wp-image-7318" /></a>„Den Menschen mangelt es in der Politik generell an Köpfen, die für gewisse Inhalte stehen.“ Nullsätze wie dieser sind nicht das Papier wert, auf dem sie gedruckt werden. Wenn sie jedoch vom ehemaligen Kulmbacher Kreisrat Guttenberg stammen, dann sieht die Sache anders aus. Monatelang war er untergetaucht, um sich im Millionärsghetto Connecticut einer einzigartigen Augenoperation zu unterziehen. Nun verfügt er über Kontaktlinsen, die es ihm ermöglichen, aus 6.000 Kilometern Entfernung messerscharf die Probleme seines Heimatlandes zu erkennen.</p>
<p>Also: Wir brauchen Köpfe, die für gewisse Inhalte stehen. Ein guter Anfang, aber wir brauchen noch mehr: Es muss mal wieder Klartext geredet werden. Wir brauchen jetzt Führungspersonen, die nicht nur sagen, wo es langgeht, sondern es auch wissen. Die mit ruhiger Hand regieren. Wenn es sein muss, auch mit harter. Die den Menschen zuhören. Die in der Lage sind, deutsche Interessen europäisch zu denken, transatlantisch einzubringen und global zu formulieren. Wir müssen uns unserer Vergangenheit vergewissern, Gegenwart gestalten und auch die Zukunft im Blick behalten. Mehr als 20 Jahre nach der Wiedervereinigung ist das unsere dringendste Aufgabe. In der schwersten Krise seit Beginn des 21. Jahrhunderts gilt es zudem, wirtschaftlich solide dazustehen. Durch eine konsequente Arbeitsmarktpolitik können wir darauf hinwirken. Wir brauchen Menschen, die näher am Menschen sind. Die keine stromlinienförmigen Karrierepolitiker sind. Die nicht nur leere Versprechungen machen, sondern sich auch daran halten. Wir brauchen Köpfe, die für gewisse Inhalte stehen.</p>
<p>Ja, da hat jemand gesprochen, der so ganz anders ist als die anderen Politiker. Aber gut, bis zu seiner Rückkehr nach Deutschland hat er ja noch ein bisschen Zeit. Bis dahin wird er schon noch genügend Köpfe finden, die ihm ein paar gewisse Inhalte zusammenschreiben.</p>
<p><em>Foto: Andrea Damm  / pixelio.de</em></p>
 <p><a href="http://nochweiter.de/?flattrss_redirect&amp;id=7317&amp;md5=93bb3ca01503db9efad82a3165160aa9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zu: Damenhöschen</title>
		<link>http://nochweiter.de/allgemein/2011/11/19/07293_zu-damenhoeschen/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Nov 2011 09:20:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Kröger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Kröger]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Alltag an Amtsgerichten kann langweilig sein: Hier ein Nachbarschaftsstreit, da eine Mietsache &#8211; nicht in Riesa: Das Amtsgericht durfte sich dort mit einem Mann befassen, der Frauen ihre Unterwäsche geklaut und sie anschließend selbst getragen hat. Unser Kolumnist Jan Kröger erfuhr davon aus einer sächsischen Lokalzeitung. Er fand ein Werk vor, dem er nur auf eine Weise gerecht werden kann: als Literaturkritiker.

in Kooperation mit detektor.fm
(Originalartikel)
Eine Frau, die sich als Mann verkleidet – dieses Motiv kennen wir seit der Antike aus Dramen, Opern oder Romanen. Der Mann in Frauenkleidern ist hingegen ein vergleichsweise junges Phänomen. Und wenn er auftaucht, so erfährt er meist eine komische Würdigung, zumal auf sehr stark pendelndem Niveau. Es reicht von Klassikern wie Hape Kerkeling als Königin Beatrix bis hin zu mäßig unterhaltsamen Gelegenheitshumoristen im dritten Fernsehprogramm.
Dieses komische Verständnis des Mannes in Frauenkleidern muss seit heute als überholt angesehen werden. Den Durchbruch zur kritischen und ernsthaften ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Alltag an Amtsgerichten kann langweilig sein: Hier ein Nachbarschaftsstreit, da eine Mietsache &#8211; nicht in Riesa: Das Amtsgericht durfte sich dort mit einem Mann befassen, der Frauen ihre Unterwäsche geklaut und sie anschließend selbst getragen hat. Unser Kolumnist Jan Kröger erfuhr davon aus einer sächsischen Lokalzeitung. Er fand ein Werk vor, dem er nur auf eine Weise gerecht werden kann: als Literaturkritiker.<br />
<span id="more-7293"></span><br />
in Kooperation mit <a href="http://detektor.fm">detektor.fm</a></p>
<p><a href=" http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2915833">(Originalartikel)</a></p>
<p><a href="http://nochweiter.de/allgemein/2011/11/19/07293_zu-damenhoeschen/attachment/olympus-digital-camera-26/" rel="attachment wp-att-7294"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/2011/11/janschluepfer.jpg" alt="" title="Schlüpfer zum Trocken auf dem Balkon" width="240" height="150" class="alignleft size-full wp-image-7294" /></a>Eine Frau, die sich als Mann verkleidet – dieses Motiv kennen wir seit der Antike aus Dramen, Opern oder Romanen. Der Mann in Frauenkleidern ist hingegen ein vergleichsweise junges Phänomen. Und wenn er auftaucht, so erfährt er meist eine komische Würdigung, zumal auf sehr stark pendelndem Niveau. Es reicht von Klassikern wie Hape Kerkeling als Königin Beatrix bis hin zu mäßig unterhaltsamen Gelegenheitshumoristen im dritten Fernsehprogramm.</p>
<p>Dieses komische Verständnis des Mannes in Frauenkleidern muss seit heute als überholt angesehen werden. Den Durchbruch zur kritischen und ernsthaften Auseinandersetzung verdankt er dem Autorenkollektiv Chemnitzer Morgenpost und seinem Prosawerk „Scharf auf heiße Damenhöschen: 6 Monate Haft für den Schlüpferdieb“. Selten hat ein Einstiegssatz seine Leser dermaßen gefesselt wie „Na, da guckte der Schlüpferdieb aber dumm aus der Wäsche!“ Der zotige, herrenwitzige Sarkasmus des Boulevardjournalismus zieht sich durch das gesamte Werk und wiegt den oberflächlichen Leser in Sicherheit: Haha, das ist ja wohl ein Verrückter, der sich wie eine Frau kleidet und deshalb Unterwäsche klaut. Es findet sich eine immense Dichte an Formulierungen, die zweifelsohne so auch in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben zu Druckreife gelängten: „Der Sliptomane“ hat eine „schlüpfrige Leidenschaft“, schließlich ist sogar vom „Tanga-Lump“ die Rede.</p>
<p>Doch Chemnitzer Morgenpost verfolgt die Absicht, hinter die vielschichtige Fassade des Protagonisten zu schauen. Markus H., so sein Name, aufgrund seiner Herkunft stellenweise als „der Gröditzer“ bezeichnet, ist es schließlich selbst, der auf dem dramatischen Höhepunkt des Werkes seinen unerhörten Hilferuf aussendet: „Nur Damenbekleidung! […] Ich hatte Identitätsprobleme. Keine Beziehung, keine Arbeit – die Sache mit den Frauenkleidern, das war eine Flucht“. Hier wird klar: Markus H. ist einer von uns. Wer kennt es nicht, dieses Gefühl, aus der Rolle zu fahren, sich nicht wohl in seiner Haut zu fühlen?!</p>
<p>Sprachlich bemerkenswert sind Stabreime wie „heiße Höschen“ oder „missbrauchte Mieder“. Doch es ist die Geschichte von Reue und Vergebung, die „Scharf auf heiße Damenhöschen“ auf Weltniveau befördert. Ich zitiere: „Heute lebt [Markus H.] mit einer Frau und ihren Kindern zusammen […] und trägt wieder Männerklamotten. […] Die bestohlenen Damen wollten ihre Wäsche … nicht zurück.“</p>
<p>Fazit: Das bahnbrechende Werk von Chemnitzer Morgenpost ist jeden der drei Cent Zeilengeld wert, die eine arme Sau von Medienschlampe dafür erhalten hat.</p>
<p><em>Foto: CFalk  / pixelio.de</em></p>
 <p><a href="http://nochweiter.de/?flattrss_redirect&amp;id=7293&amp;md5=4f3cae1dbc072c9a2d8415e201ac20de" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zu: Volkstrauertag</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 09:12:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska Gaube</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gemein(t)]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Kröger]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit heute wird am Rhein wieder gefeiert: Der Karneval hat begonnen. Unser Kolumnist Jan Kröger hat damit wirklich nichts zu tun, er stammt aus einer karnevalsfreien Zone. Dort werden zu dieser Zeit ganz andere Feste begangen: Volkstrauertag zum Beispiel. Und er meint: Bei der unfreiwilligen Komik, die dieser Tag bieten kann – wer braucht da noch Karneval?
in Kooperation mit detektor.fm
Wenn in Köln der Karneval beginnt, nähert sich auch in unserem norddeutschen Dorf die fünfte Jahreszeit: Volkstrauertag. Die Tage werden kürzer, über das ganze Land legt sich den ganzen November schon ein beruhigender Bodennebel. Wer jetzt einen Schwarz-Weiß-Film drehen will, bräuchte keine Farben nachzubearbeiten. 
Volkstrauertag, das ist immer der gleiche Ablauf: Kirche um zehn, danach bewegt sich ein Pulk aus Mänteln in allen Variationen (hellgrau bis dunkelgrau) rüber zum alten Friedhof, da steht das Kriegerdenkmal. Vorher bei Oma vorbeischauen, im Altersheim. „Ach ja, Heldengedenktag“, sagt sie. So haben die Nazis den ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit heute wird am Rhein wieder gefeiert: Der Karneval hat begonnen. Unser Kolumnist Jan Kröger hat damit wirklich nichts zu tun, er stammt aus einer karnevalsfreien Zone. Dort werden zu dieser Zeit ganz andere Feste begangen: Volkstrauertag zum Beispiel. Und er meint: Bei der unfreiwilligen Komik, die dieser Tag bieten kann – wer braucht da noch Karneval?<span id="more-7255"></span></p>
<p><em>in Kooperation mit <a href="http://detektor.fm">detektor.fm</a></em></p>
<p><a href="http://nochweiter.de/allgemein/2011/11/11/07255_zu-volkstrauertag/attachment/jantrauer/" rel="attachment wp-att-7257"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/2011/11/jantrauer.jpg" alt="" title="jantrauer" width="240" height="168" class="alignleft size-full wp-image-7257" /></a>Wenn in Köln der Karneval beginnt, nähert sich auch in unserem norddeutschen Dorf die fünfte Jahreszeit: Volkstrauertag. Die Tage werden kürzer, über das ganze Land legt sich den ganzen November schon ein beruhigender Bodennebel. Wer jetzt einen Schwarz-Weiß-Film drehen will, bräuchte keine Farben nachzubearbeiten. </p>
<p>Volkstrauertag, das ist immer der gleiche Ablauf: Kirche um zehn, danach bewegt sich ein Pulk aus Mänteln in allen Variationen (hellgrau bis dunkelgrau) rüber zum alten Friedhof, da steht das Kriegerdenkmal. Vorher bei Oma vorbeischauen, im Altersheim. „Ach ja, Heldengedenktag“, sagt sie. So haben die Nazis den genannt. Keine Sorge, Oma ist unverdächtig. Aber wenn der Landfrauenverband im Altersheim ein Kuchenbuffet veranstaltet, sagt sie halt auch: „Da kommt die Reichsfrauenschaft.“</p>
<p>In der Kirche sitzt der alte Ketels neben mir. 95 Jahre alt, immer noch auf dem Fahrrad unterwegs. Bewundernswert. Als Kinder sind wir an Heiligabend von Haus zu Haus gegangen, haben Weihnachtslieder gesungen. Er hat uns immer besonders viele Süßigkeiten gegeben, der nette alte Ketels. Er legte es in unsere Taschen mit seinen Fäusten, denn Hände hat er keine mehr. Sie sind ihm weggefroren. Ein altes<br />
Souvenir aus Russland.</p>
<p>Auf dem Friedhof bemüht sich der Bürgermeister in staatstragender Rede. Auf der nach oben offenen Skala schafft er 2,3 Seehofer. 1 Seehofer erreicht, wer „Guten Tag, meine Damen und Herren“ ohne<br />
Manuskript aufsagen kann.</p>
<p>An der Seite zittert die Feuerwehrkapelle. Ob dafür die Temperatur oder der Alkoholdurst verantwortlich ist, lässt sich nicht zweifelsfrei feststellen. Als sie die Nationalhymne anstimmen, legt der Bürgermeister der Nachbargemeinde los: „Deutschland, Deutschland über alles“ – so unbedarft und naiv. Ich schwör’s: Das ist wie bei Oma und dem Heldengedenktag nicht so gemeint, wie’s klingt.</p>
<p>Dann ist Schluss, die Jungs auf dem Denkmal haben wieder ein Jahr Ruhe. Die Feuerwehrkapelle geht noch einen trinken. Und was das Ganze mit Heldengedenktag und „Deutschland über alles“ betrifft: Der alte Nazi ist der nette alte Ketels, Reichsbauernführer oder so ähnlich durfte er sich nennen.</p>
<p>Man könnte jetzt darüber nachdenken, warum damals junge Männer das Dorf verließen und nicht wiederkamen. Oder darüber, warum heute junge Menschen das Dorf verlassen und nicht wiederkommen. Man kann&#8217;s aber auch lassen. Denn die Party geht weiter: In sieben Tagen ist Totensonntag.</p>
<p><em>Foto: Ruth Rudolph  / pixelio.de</em></p>
 <p><a href="http://nochweiter.de/?flattrss_redirect&amp;id=7255&amp;md5=f48f84165ab6bb6dc8a1c491961255ea" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zu: Planspiel Börse</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 10:39:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dorothea Hecht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jan Kröger]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[Bankenpleiten, Spekulanten, Schuldenkrise – ist mein Geld noch sicher? Natürlich nicht, sagt unser Kolumnist Jan Kröger. Sicher ist nur, dass man Geld schnell loswerden kann, meint er. Zum Beispiel an der Börse. Dort kann man sein Geld schon allein dafür ausgeben, dass man sogenannte Insider um Tipps fragt. Hier sein Erfahrungsbericht.
Foto: Hildegard Armbruster / pixelio.de
in Kooperation mit detektor.fm
Die Börse – in Anzug gekleidete Duracell-Hasen auf Ecstasy und intravenöser Kaffeezufuhr verdienen ein Heidengeld und jagen ganze Staaten in die Existenzkrise. Reich werden ohne ehrliche Arbeit – das ist der unterbewusste Traum des Journalisten. Und so interessierte auch mich die Frage: Was ist das Geheimnis, wenn man an der Börse Geld anlegen will?
Zum Glück gibt es ja Profis, dachte ich mir, die haben bestimmt ein paar gute Ideen. Wie praktisch, dass sie bereit sind, ihr Fachwissen in kostenlosen Newslettern zu verbreiten. Der Newsletter ist schnell bestellt, kommt alle paar Tage per Mail, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bankenpleiten, Spekulanten, Schuldenkrise – ist mein Geld noch sicher? Natürlich nicht, sagt unser Kolumnist Jan Kröger. Sicher ist nur, dass man Geld schnell loswerden kann, meint er. Zum Beispiel an der Börse. Dort kann man sein Geld schon allein dafür ausgeben, dass man sogenannte Insider um Tipps fragt. Hier sein Erfahrungsbericht.<span id="more-7206"></span></p>
<p><em>Foto: Hildegard Armbruster / pixelio.de</em><br />
<em>in Kooperation mit <a href="http://detektor.fm">detektor.fm</a></em></p>
<p>Die Börse – in Anzug gekleidete Duracell-Hasen auf Ecstasy und intravenöser Kaffeezufuhr verdienen ein Heidengeld und jagen ganze Staaten in die Existenzkrise. Reich werden ohne ehrliche Arbeit – das ist der unterbewusste Traum des Journalisten. Und so interessierte auch mich die Frage: Was ist das Geheimnis, wenn man an der Börse Geld anlegen will?</p>
<p>Zum Glück gibt es ja Profis, dachte ich mir, die haben bestimmt ein paar gute Ideen. Wie praktisch, dass sie bereit sind, ihr Fachwissen in kostenlosen Newslettern zu verbreiten. Der Newsletter ist schnell bestellt, kommt alle paar Tage per Mail, und man lernt zuerst, dass kostenlose Newsletter zu zwei Dritteln aus Werbung für kostenpflichtige Insidertipps bestehen.</p>
<p>Newsletter Nr. 1 kam am Tag, nachdem der EU-Gipfel seinen Rettungsschirm erneuert hatte, an der Börse ging’s deutlich bergauf. Und das schrieb ein Experte für – Achtung! – langfristige Investitionen: „Es bestehen jetzt gute Chancen auf eine mächtige Jahresend-Rallye, worauf im kommenden Jahr ein Angriff auf die All-Time-Highs folgen sollte. [...] Auf Crashs wie im diesjährigen August folgen nach einer Bodenbildungsphase stets ebenso kräftige Aufholjagden. [...] Anstatt abzuwarten, bis der Zug längst abgefahren ist, folgen Sie diesmal besser den Trends.“ Außerdem noch ein paar originelle Sprachbilder darüber, dass „die Börsenampeln &#8230; vollends auf grün“ stehen. Ob dem mal jemand gesagt hat, was passiert, wenn alle Ampeln auf grün stehen?</p>
<p>Eine Woche später kam Newsletter Nr. 2. Nun gab’s Verluste, Griechenlands Ministerpräsident hatte gerade seine Idee mit der Volksabstimmung. Nicht so schlimm, stand im Newsletter, „da die Tiefpunkte nach wie vor ansteigend sind.“ Ansonsten aber keine Euphorie wie noch die Woche vorher, dafür wieder jede Menge Sprachbilder: Die Kurse würden „ihren übergeordneten Trend gen Süden fortsetzen“, „Noch ist die Kuh nicht vom Eis und noch gilt es &#8230; mit angezogener Handbremse zu agieren.“</p>
<p>Fazit: Diesen Dreck kann sich jeder selbst zusammenschreiben. Die Pointe kam aber vorgestern: „Sehr bald werden Sie sich ein nigelnagelneues, schön ausgestattetes Porsche Boxster S Cabriolet kaufen. Dafür müssen Sie heute nur 5.000 Euro investieren!“ Denn: „Diese Aktie wird wohl 1500 Prozent zulegen!“ Welche Aktie das ist? Das weiß natürlich nur der kostenpflichtige Newsletter…</p>
 <p><a href="http://nochweiter.de/?flattrss_redirect&amp;id=7206&amp;md5=08841594a0b8c0c9d5ec85e8bd0f7a12" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zu: Sch&#8230;eibenkleister</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Oct 2011 12:21:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Franziska Gaube</dc:creator>
				<category><![CDATA[Jan Kröger]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser Kolumnist Jan Kröger geht heute dahin, wo es richtig stinkt: Sein Thema sind die deutschen Abwassergebühren. Eine vierköpfige Familie in Potsdam zahlt für die gleiche Menge Naturdünger jährlich fast viermal so viel wie beispielsweise in Karlsruhe, so haben es die Kollegen vom „Focus“ errechnet. Jan Kröger stellt seinen großen Aktionsplan vor für ein Problem, das die Menschheit schon seit 2000 Jahren quält.

&#8230;in Kooperation mit Detektor.fm
Der römische Kaiser Nero galt als so manisch-bescheuert, dass man eigentlich sagen müsste: So einen unfähigen Herrscher hat Rom seitdem nie mehr gesehen. Aber betrachtet man sich das heutige Italien, muss man festhalten: Nero hatte wenigstens noch den Anstand, sich umzubringen. Wie sein unwürdiger Nachfolger von heute hinterließ Nero einen völlig überschuldeten Staatshaushalt. Völlig ohne Rettungsfonds musste sich Rom am eigenen Schopf aus der Scheiße ziehen. Neros Nachfolger Vespasian nahm das wörtlich und erhob eine Latrinensteuer, die bis heute nachwirkt: „Pissoir“ heißt auf italienisch „vespasiano“ ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Kolumnist Jan Kröger geht heute dahin, wo es richtig stinkt: Sein Thema sind die deutschen Abwassergebühren. Eine vierköpfige Familie in Potsdam zahlt für die gleiche Menge Naturdünger jährlich fast viermal so viel wie beispielsweise in Karlsruhe, so haben es die Kollegen vom „Focus“ errechnet. Jan Kröger stellt seinen großen Aktionsplan vor für ein Problem, das die Menschheit schon seit 2000 Jahren quält.<br />
<span id="more-7189"></span></p>
<p><em>&#8230;in Kooperation mit <a href="http://detektor.fm">Detektor.fm</a></em></p>
<p><a href="http://nochweiter.de/gemein-t/kolumne-der-woche/2011/10/28/07189_zu-sch-eibenkleister/attachment/camp-hitfeld-alte-kaserne-der-belgier-steht-seit-18-jahren-leer-03-06-2010/" rel="attachment wp-att-7190"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/2011/10/Juergen-Nießen_pixelio.de_.jpg" alt="" title="Camp Hitfeld  alte Kaserne der Belgier. Steht seit 18 Jahren leer. 03.06.2010" width="240" height="172" class="alignleft size-full wp-image-7190" /></a>Der römische Kaiser Nero galt als so manisch-bescheuert, dass man eigentlich sagen müsste: So einen unfähigen Herrscher hat Rom seitdem nie mehr gesehen. Aber betrachtet man sich das heutige Italien, muss man festhalten: Nero hatte wenigstens noch den Anstand, sich umzubringen. Wie sein unwürdiger Nachfolger von heute hinterließ Nero einen völlig überschuldeten Staatshaushalt. Völlig ohne Rettungsfonds musste sich Rom am eigenen Schopf aus der Scheiße ziehen. Neros Nachfolger Vespasian nahm das wörtlich und erhob eine Latrinensteuer, die bis heute nachwirkt: „Pissoir“ heißt auf italienisch „vespasiano“ und auf deutsch kennen wir Vespasians Spruch „Geld stinkt nicht“, mit der sich noch heute jeder finanzpolitische Scheiß rechtfertigen lässt.</p>
<p>Im Deutschland von heute heißt die Latrinensteuer „Kommunale Wasser- und Abwassergebühren“. Kommunal bedeutet: Es kommt weniger drauf an, wie viel du machst, es kommt drauf an, wo du&#8217;s machst. Es gilt die Grundregel: Frankfurter Würstchen kommt günstiger als Thüringer Rostbratwurst, sprich: Osten ist teurer als Westen, ausgenommen die üblichen strukturschwachen Westghettos (Bremerhaven).</p>
<p>Das schreit nach einem nationalen Aktionsplan, einem neuen Solidarpakt nach dem Motto „Schaff deinen Scheiß nach drüben“. Nun sind Sie seit Jahren vielleicht Angehöriger der Münchner Schickeria, Sie sehen nicht ein, warum die Ossis sich schon wieder mit Ihrem Geld den Arsch abwischen können und sagen: „Sollen sie halt Wasser sparen und nicht immer gleich den Darm entleeren, wenn sie auf die Toilette gehen. Ich bin da ja manchmal auch nur fürs Kokain.“ Doch weit gefehlt: Viele ostdeutsche Klärwerke sind unterversorgt, weil die Menschen erstens weniger werden und zweitens älter, viele wertvolle Rohstoffe also ungenutzt in Windeln verenden. Die Berliner Wasserbetriebe pumpen sogar täglich bis zu 800.000 Liter Wasser durch die Kanalisation, nur damit die Rohre nicht verkeimen. Also, hier mein Aktionsplan: </p>
<p>Jeder Berliner Haushalt lässt täglich für fünf Minuten seine Wasserhähne völlig grundlos laufen.</p>
<p>Menschen aus Billigscheißparadiesen wie Ludwigsburg, Schwenningen oder Hanau verschicken viermal pro Jahr Solidarpakete mit Trockenpflaumen, Rizinusöl und ähnlichem in die ostdeutsche Provinz, damit die Verdauung dort so richtig auf Trab kommt.</p>
<p>So ziemlich jeder Rohstoff ist mittlerweile börsennotiert, warum nicht auch der natürlichste von allen? Zugegeben, ich wünsch mir das vor allem, damit Börsenreporter endlich mal Sätze sagen wie: „In Zeiten wie diesen flüchten sich Anleger in die Scheiße“ oder „Viele gehen auf Nummer sicher und machen aus Scheiße Gold“ oder „Die Urinblase droht zu platzen.“</p>
<p>Warum ich das hören will? Weil es eigentlich nur genau benennt, was eh schon an der Börse läuft.</p>
<p><em>Foto: Jürgen Nießen  / pixelio.de</em></p>
 <p><a href="http://nochweiter.de/?flattrss_redirect&amp;id=7189&amp;md5=a75421d0d64a1a23224e18e428411f07" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zur: PKK</title>
		<link>http://nochweiter.de/gemein-t/2011/09/30/06978_zur-pkk/</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 11:01:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Kröger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemein(t)]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Kröger]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Mittwoch drangen Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in die Sendezentrale von RTL in Köln ein. Ihr Ziel: RTL sollte einen Beitrag senden, der die Freilassung von PKK-Führer Öcalan forderte. Die PKK wird in Europa als Terrororganisation eingestuft &#8211; aber ihre Anhänger in Köln blieben gewaltlos und wollten mit Sitzblockade und Singen ihre Forderung durchsetzen. 
Für unseren Kolumnisten Jan Kröger ein großartiges Beispiel, wie sehr Selbstüberschätzung und unfreiwillige Komik zusammengehören.
Wir Männer sind als Kind nie geliebt worden, uns fehlten Anerkennung und vor allem männliche Rollenvorbilder, zwangsläufig sind wir beziehungsunfähige Einzelgänger. Mit dieser Psychoanalyse für Dummies können wir jeden Akt der freiwilligen Selbstzerstörung rechtfertigen, ganz egal ob wir fremdgehen, mit Tempo 100 im zweiten Gang durch die 30-Zone fahren, dem Suff verfallen oder Angriffskriege anzetteln. Wer uns trotzdem liebt, ist selbst dran schuld. Wenn schon geliebt werden, dann doch bitte gleich von ganzen Volksmassen, und wenn das nicht klappt, bleibt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://nochweiter.de/gemein-t/2011/09/30/06978_zur-pkk/attachment/449588_r_by_rolf-van-melis_pixelio-de/" rel="attachment wp-att-6979"><img class="alignleft size-medium wp-image-6979" title="Foto@pixelio/Rolf van Melis" src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/2011/09/449588_R_by_Rolf-van-Melis_pixelio.de_-300x191.jpg" alt="" width="300" height="191" /></a>Am Mittwoch drangen Anhänger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in die Sendezentrale von RTL in Köln ein. Ihr Ziel: RTL sollte einen Beitrag senden, der die Freilassung von PKK-Führer Öcalan forderte. Die PKK wird in Europa als Terrororganisation eingestuft &#8211; aber ihre Anhänger in Köln blieben gewaltlos und wollten mit Sitzblockade und Singen ihre Forderung durchsetzen. <span id="more-6978"></span></p>
<p>Für unseren Kolumnisten <em>Jan Kröger</em> ein großartiges Beispiel, wie sehr Selbstüberschätzung und unfreiwillige Komik zusammengehören.</p>
<p>Wir Männer sind als Kind nie geliebt worden, uns fehlten Anerkennung und vor allem männliche Rollenvorbilder, zwangsläufig sind wir beziehungsunfähige Einzelgänger. Mit dieser Psychoanalyse für Dummies können wir jeden Akt der freiwilligen Selbstzerstörung rechtfertigen, ganz egal ob wir fremdgehen, mit Tempo 100 im zweiten Gang durch die 30-Zone fahren, dem Suff verfallen oder Angriffskriege anzetteln. Wer uns trotzdem liebt, ist selbst dran schuld. Wenn schon geliebt werden, dann doch bitte gleich von ganzen Volksmassen, und wenn das nicht klappt, bleibt die einzige Person außer Mama, die uns wirklich lieben darf: Ich.</p>
<p>Terroristen sind ein Musterbeispiel für diese narzisstisch gestörte Sicht der Dinge. Wie schreibt es zum Beispiel einer ihrer Besten, Abdullah Öcalan, Führer der PKK, die mit Terror und Gewalt ein eigenständiges Kurdistan erreichen will: &#8220;Ich hatte stets mit schweren Problemen zu kämpfen. Trotz allem bin ich ein unerschöpflicher Quell des Lebens. Auf dieser Welt gibt es niemanden sonst, der die Lösung der Probleme und die Befreiung der Menschen auf einem dermaßen unglaublichen Niveau betreibt.&#8221; Dass Öcalan seit zwölf Jahren in der Türkei in Haft sitzt, hält ihn dabei nicht auf, denn auch dazu hat er ganz bescheiden was zu sagen: &#8220;Als Jesus ans Kreuz genagelt wurde, weinten die Menschen seiner Umgebung lediglich. Beim Tode Mohammeds diskutierte man im Angesicht seines Leichnams drei Tage über die Nachfolge. Als Lenin starb, beging niemand Selbstmord. Aber als ich verhaftet und ausgeliefert wurde, übergaben sich die Kinder, Söhne und Töchter des kurdischen Volkes gleich zu Hunderten lichterloh brennend den Flammen.&#8221; Diesen Massensuizid aus Liebe zu Öcalan hat es natürlich nie gegeben, das weiß auch er selbst, und schreibt folgerichtig wenige Zeilen später: &#8220;Wenn ich es nicht persönlich verhindert hätte, Tausende wären bereit gewesen.&#8221;</p>
<p>Und wie sieht es heute aus? Am Mittwoch stürmten PKK-Anhänger die Zentrale von RTL. Sie wollten, dass in der Sendung <em>Explosiv</em> ein Beitrag ausgestrahlt wird, der Öcalans Freilassung fordert. Was macht der anständige Terrorist? Er stürmt die Redaktion, erschießt die Moderatorin, und während sie oben im Himmel auf Petrus trifft mit den Worten &#8220;Hallo, ich bin Frauke Ludowig&#8221;, wundert sich der RTL-Zuschauer unten, warum in der total authentischen Doku über irgendeine nordrhein-westfälische Hartz IV-Familie plötzlich dieser anatolische Terrorschnäuz auftaucht. Aber was machten die PKK-Fans bei RTL? Setzten sich auf den Boden und sangen Lieder. Sie waren unbewaffnet. Wenn das der Führer wüsste&#8230;</p>
<p>Natürlich wurde diese Comedy-Version einer Terrorzelle schließlich von der Polizei abgeführt. Einziger Erfolg: Außenminister Westerwelle erbarmte sich, die Aktion zu verurteilen. Immerhin. Aber der Guido hat dafür ja ein Herz: Denn wenn es um Organisationen geht, deren langjähriger, narzisstisch gestörter Anführer kaltgestellt ist und die seitdem umso mehr durch unfreiwillige Komik auffallen &#8211; dann ist Guido Westerwelle in der Tat ein echter Experte.</p>
 <p><a href="http://nochweiter.de/?flattrss_redirect&amp;id=6978&amp;md5=71d79485fe87ca99d66cddf7e50ce818" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zu: Papst</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 11:20:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan Kröger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gemein(t)]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Kröger]]></category>
		<category><![CDATA[Kolumne der Woche]]></category>
		<category><![CDATA[Papst Benedikt XVI.]]></category>
		<category><![CDATA[Papstbesuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Dem ein oder anderen wird es schon aufgefallen sein: Der Papst ist zu Besuch in Deutschland. Wer den Fernseher einschaltet, muss schon besonders findig sein, um Meldungen über den Papst zu entgehen. Unser Kolumnist Jan Kröger hat es versucht und ist grandios gescheitert – ausgerechnet eine Nachrichtensendung, von der er es am wenigsten erwartet hätte, war bemüht, wirklich alles auf den Papstbesuch abzustimmen.
In Kooperation mit detektor.fm
Donnerstag Nachmittag im deutschen Fernsehen. Eine Programmvielfalt bei ZDF, Sat 1, Phoenix und N24, als hätten sich Kate und William getrennt. Aber nein, es ist nur der Papst. Protestanten wie mir bleiben an solchen Tagen nur hedonistische, unpolitische Sender wie ProSieben. Aber sogar ProSieben hat eine Nachrichtensendung, Newstime heißt sie, und die ist immer nach dem gleichen Schema aufgebaut: erst eine politische Meldung, dann irgendein Verkehrsunfall, vorzugsweise mit Tierbeteiligung, dann irgendwas mit Promis, noch was vom Fußball, schließlich das Wetter. Am Ende fasst der Moderator ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dem ein oder anderen wird es schon aufgefallen sein: Der Papst ist zu Besuch in Deutschland. Wer den Fernseher einschaltet, muss schon besonders findig sein, um Meldungen über den Papst zu entgehen. Unser Kolumnist <em>Jan Kröger</em> hat es versucht und ist grandios gescheitert – ausgerechnet eine Nachrichtensendung, von der er es am wenigsten erwartet hätte, war bemüht, wirklich alles auf den Papstbesuch abzustimmen.<span id="more-6861"></span></p>
<p><em>In Kooperation mit <a href="http://detektor.fm/" target="_blank">detektor.fm</a></em></p>
<p><a href="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/2011/09/Papst-by-Fabio-Pozzebom-ABr.jpg"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/uploads/2011/09/Papst-by-Fabio-Pozzebom-ABr-225x300.jpg" alt="" title="Papst by Fabio Pozzebom-ABr" width="225" height="300" class="alignright size-medium wp-image-6868" /></a>Donnerstag Nachmittag im deutschen Fernsehen. Eine Programmvielfalt bei ZDF, Sat 1, Phoenix und N24, als hätten sich Kate und William getrennt. Aber nein, es ist nur der Papst. Protestanten wie mir bleiben an solchen Tagen nur hedonistische, unpolitische Sender wie ProSieben. Aber sogar ProSieben hat eine Nachrichtensendung, Newstime heißt sie, und die ist immer nach dem gleichen Schema aufgebaut: erst eine politische Meldung, dann irgendein Verkehrsunfall, vorzugsweise mit Tierbeteiligung, dann irgendwas mit Promis, noch was vom Fußball, schließlich das Wetter. Am Ende fasst der Moderator den Informationsgehalt der ganzen Sendung noch einmal zusammen, indem er sagt: „Jetzt die Simpsons“.</p>
<p>Auch dieses Mal folgt Newstime strikt seinem Schema. Politische Meldung: Papst im Bundestag. Dann der Verkehrsunfall: Im Bahnhof von Bleicherode sind zwei Güterzüge zusammengestoßen, ein Lokführer wurde verletzt. Verhältnismäßig langweilig, aber Newstime hat natürlich den Dreh gefunden, denn Bleicherode liegt in Thüringen – und wer befindet sich quasi schon auf dem Weg in dieses sonst von allen Nachrichten verlassene Bundesland? „Wer mit der Bahn zum Papstbesuch nach Thüringen reisen will, muss sich eventuell auf Behinderungen einstellen“, so oder so ähnlich beginnt die Meldung zur Kollision zweier Güterzüge. Bei der Promi-Meldung geht Newstime dann subtiler vor. Das Thema ist überraschend die Hinrichtung des unter bananenrepublikanischen Justizstandards verurteilten Troy Davis in den USA. Warum zur Hölle kümmert sich ProSieben an dieser Stelle um die Todesstrafe? Wo sind die Promis, verdammt? Ich muss bis zum letzten Satz warten, ehe es klar wird: „Zahlreiche Personen und Organisationen hatten die Hinrichtung von Troy Davis scharf verurteilt – darunter auch: der Papst“. An jedem anderen Tag hätte es geheißen „darunter auch George Clooney“, nicht heute.</p>
<p>Erst bei der Fußball-Meldung hat die Redaktion dann geschlampt: Schalke-Trainer Ralf Rangnick gibt wegen Burnout sein Amt auf. Ausgerechnet hier kein Papstbezug, dabei war Johannes Paul II. sogar Ehrenmitglied bei Schalke 04. Und zu Rangnicks Burnout ließe sich sagen: Fußball ist als Spiel „das Heraustreten aus dem versklavenden Ernst des Alltags [...] in den freien Ernst dessen, was nicht sein muß und gerade darum schön ist. [...] Natürlich kann dies alles verdorben werden durch einen Geschäftsgeist, der &#8230; das Spiel aus einem Spiel in eine Industrie verkehrt“. Liebe Kollegen von Newstime, dann seid doch bitte konsequent: Der Papst kann zu wirklich jedem Thema was sagen, und er ist 84, das heißt, er hat auch zu wirklich jedem Thema was gesagt. Was dank Überberichterstattung davon hängenbleibt: „Jetzt die Simpsons.“</p>
<p><em>Foto: <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:BentoXVI-30-10052007.jpg&#038;filetimestamp=20070511141350" target="_blank">Fabio Pozzebom/ABr (Wikipedia)</a></em></p>
 <p><a href="http://nochweiter.de/?flattrss_redirect&amp;id=6861&amp;md5=600cc7d2b902f4a1dd08305e6c010143" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://nochweiter.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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